Sonntag, 20.09.2015 – 17:00 Uhr
Die Vorzeichen standen schlecht für die Eispiraten vor dem Match gegen Meisterschaftskandidat Frankfurt. Nachdem Jaroslav Kristek vor dem Wochenende seine Siebensachen packte, Eric Lampe den ersten Teil seiner Sperre aus dem Rosenheim-Spiel absitzen musste und sich zu allem Unglück auch noch Matt Foy nach dem Warmmachen abmeldete, liefen die Rot-Weissen mit keinem einzigen Feld-Kontingentspieler auf. Dass zudem noch der am Freitag recht agile Fabio Pfohl wieder nach Wolfsburg zum Kooperationspartner abberufen wurde, machte die Sache nicht leichter.
Schön, dass Alexander Höller wieder zur Verfügung stand, obwohl auch ihm sicherlich andere Dinge im Kopf herumschwirren – der Deutsch-Österreicher erwartet stündlich die Geburt seines ersten Kindes.
Eins vorweg: die Westsachsen lieferten ob dieser Umstände eine beherzte und wirklich lobenswerte Leistung ab, auch wenn sie sich dafür letztendlich nicht mit Punkten belohnen konnten.
Neben Alexander Höller und Erik Gollenbeck stand der vorübergehend in sein Stammrevier Sturm zurückversetzte Dominic Walsh in der Starting-Six-Startformation, dahinter verteidigten mit Danny Pyka und Jakub Körner die Haudegen der Eispiratendefensive gemeinsam. Im zweiten Sturm agierten Daniel Bucheli, John Tripp und Martin Heinisch vor Andre Schietzold und Jan Tramm, die dritte Reihe bildeten Bernhard Keil, Vincent Schlenker und Valerij Guts, Philipp Halbauer verteidigte zusammen mit einem rotierenden Kollegen und Colin Leidborg saß als Defensiv-Backup draußen.
Wohin die Reise gehen würde, konnte man schon nach wenigen Momenten erkennen: Frankfurt nutzte seinen gnadenlos überlegenen Kader schonungslos aus und setzte Ryan Nie im Gehäuse der Eispiraten frühzeitig unter enormen Druck. Nur sporadisch konnten sich die Rot-Weissen dem entziehen, ansonsten verteidigten sie mit allem, was sie hatten, das eigene Tor – und das erfolgreich. Erst in der 13. Minute fiel der überfällige Führungstreffer der Gäste, als Brine den Puck fünf Meter vorm Tor aufnahm, zwei Schritte lief und mit der Rückhand vollendete. Dass es bei diesem knappen 0:1 bis zur Pause blieb, dafür konnten sich die Westsachsen schonmal das erste Blümchen ans Revers heften, denn selten hat man eine rot-weisse Mannschaft so viele Schüsse blocken sehen wie heute.
Für diesen Achtungserfolg konnten sich die Eispiraten allerdings auch nichts kaufen, also nahmen sie zu Beginn des Mitteldrittels ihr Herz in beide Hände und agierten etwas offensiver, was auch fast zum Erfolg geführt hätte. Leider nur fast, denn es waren dann doch wieder die Löwen, die etwas Zählbares auf die Anzeigetafel brachten: einen Fehler von Jan Tramm im Spielaufbau münzte letztlich Breitkreuz, der im Nachfassen traf, in die 2:0-Führung um. Gegen Mitte des Abschnitts kam es dann nach zwei Herausstellungen gegen Pyka und Körner zu der Situation, dass die Westsachsen sich mit einem umgeschulten Stürmer und drei Youngstern in der Verteidigung gegen eine 3-vs-5-Überzahl wehren mussten. Dass dabei letztlich nur das 0:3 durch Tomassoni fiel, ist insofern schon wieder beachtlich. Noch beachtlicher allerdings, dass ab diesem Spielstand Crimmitschau plötzlich richtig mitspielte, sei es nun dem Nachlassen der Gäste angesichts der beruhigenden Führung geschuldet, wie Löwencoach Kehler nach dem Match konstatierte, oder nicht: die Westsachsen bewiesen neben dem schon das ganze Spiel über starken Kampfgeist auch plötzlich mehr Mut zur Offensive und belohnten sich mit Andre Schietzolds Dampfhammer zum 1:3 kurz vor der Pause.
Verloren war hier also noch lange nichts, und dass die Eispiraten letztlich mit Minikader und nachlassenden Kräften den Schlussabschnitt mit 2:1 für sich entscheiden konnten, nötigt wirklich eine Menge Respekt ab. Den Anfang machte Bernhard Keil, der mit seinem dritten Treffer am Wochenende ein echtes Schmankerl zu bieten hatte: einen Frankfurter nach dem anderen umkurvte Keil, um Löwen-Goalie Ore die Scheibe dann auch noch ins Netz zu legen. Hervorragend!
Frankfurt wusste allerdings schnell zu kontern, bei der nächsten Überzahl dauerte es ganze elf Sekunden, bis das 2:4 auf der Anzeigetafel stand – erneut Breitkreuz hatte getroffen. Kurz vor Ende der Partie nahm Chris Lee dann Ryan Nie vom Eis, und siehe da, eine halbe Minute vor Ultimo stand es nur noch 3:4 – einen Blueliner von Schietzold hatte John Tripp unters Gebälk von Ores Tor abgefälscht. Leider reichte die verbleibende Zeit nicht aus, die Sensation perfekt zu machen, so dass Frankfurt letztlich verdient das Spiel gewann.
[box type=“success“ align=““ class=““ width=““]Torfolge:
0:1 (12:27) Richard Mueller ( David Brine , Lukas Laub )
0:2 (22:01) Clarke Breitkreuz ( Brett Breitkreuz )
0:3 (33:22) Matthew Tomassoni ( Norman Martens , Richard Mueller ) 5-3
1:3 (39:10) André Schietzold ( Bernhard Keil , Erik Gollenbeck )
2:3 (46:17) Bernhard Keil ( Jakub Körner , Valerij Guts )
2:4(48:24) Clarke Breitkreuz ( Matthew Tomassoni , Mike Card ) 5-4
3:4 (59:23) John Tripp ( André Schietzold , Dominic Walsh ) 6-5[/box]
[box type=“shadow“ align=““ class=““ width=““]Strafen:
Eispiraten Crimmitschau – 10 Minuten
13:03 – 2 Min – Dominic Walsh ( Check gegen die Bande, Kleine Strafe )
25:37 – 2 Min – Valerij Guts ( Unkorrekter Körperangriff, Kleine Strafe )
30:12 – 2 Min – Jakub Körner ( Stockschlag, Kleine Strafe )
30:17 – 2 Min – Danny Pyka ( Behinderung, Kleine Strafe )
48:13 – 2 Min – Danny Pyka ( Haken, Kleine Strafe )
Löwen Frankfurt – 6 Minuten
15:22 – 2 Min – Henry Martens ( Beinstellen, Kleine Strafe )
36:21 – 2 Min – Richard Mueller ( Beinstellen, Kleine Strafe )
43:27 – 2 Min – Matthew Tomassoni ( Unkorrekter Körperangriff, Kleine Strafe )[/box]
[box type=“shadow“ align=““ class=““ width=““]Aufstellung:
Eispiraten Crimmitschau
Tor: Ryan Nie (Niklas Deske) – Abwehr: André Schietzold, Jakub Körner, Philipp Halbauer, Danny Pyka, Jan Tramm – Angriff: Collin Lejdborg, Dominic Walsh, Alexander Höller, Erik Gollenbeck, Vincent Schlenker, Bernhard Keil, Valerij Guts, John Tripp, Martin Heinisch, Daniel Bucheli
Löwen Frankfurt
Tor: Antti Ore (Henning Schroth) – Abwehr: Mike Card, Norman Martens, Henry Martens, Andreas Schwarz, Felix Thomas, Nico Opree, Matthew Tomassoni – Angriff: Justin Kirsch, Marc Schaub, David Brine, Brett Breitkreuz, Christoph Kabitzky, Richard Mueller, Clarke Breitkreuz, Nick Mazzolini, Dennis Reimer, Lukas Laub[/box]
[box type=“info“ align=““ class=““ width=““]Zuschauer: 1.753
Schiedsrichter: Bidoul (Bertele – Haas)[/box]
Schüsse:
Eispiraten Crimmitschau | 7 | 3 | 9 | 19 |
Löwen Frankfurt | 13 | 17 | 13 | 43 |