[box type=“info“ align=““ class=““ width=““]DEL 2 – Saison 2015/16
46. Spieltag am 12.02.2016[/box]
Das war doch mal ein Start nach Maß in dieses ganz entscheidende Wochenende in der DEL2-Saison 2015/2016. Die Eispiraten brachten im letzten Sachsenderby der Hauptrunde die volle Punktausbeute aus Dresden mit, wurden nebenbei inoffizieller Sachsenmeister, hielten die aufkommenden Füchse aus Weisswasser auf Distanz, setzten sich vom bisherigen Elften Kaufbeuren weiter ab und rückten auch noch dem SC Riessersee auf Platz 9 bis auf vier Zähler auf die Pelle.
Das Spiel begann mit einem Paukenschlag der Gäste, denn gleich den ersten ernsthaften Angriffsversuch nutzte Alexander Höller im Nachschuss zur frühen Führung. Die Eispiraten nahmen überraschenderweise auch für die nächsten zehn Minuten das Heft des Handelns in ihre Hände, spielten gefährlicher, druckvoller, strukturierter als die favorisierten Landeshauptstädter. Daran hatten alle drei Angriffsreihen ihren Anteil, wobei gerade in der Anfangsphase der Partie der nominell erste Sturm um Eric Lampe den meisten Betrieb machte. Marvin Cüpper im Dresdner Tor hatte jedenfalls gut zu tun, während sich Ryan Nie zwar weniger oft, aber dafür fehlerlos und teilweise spektakulär präsentieren durfte. Richtig Druck machten die Eislöwen jedenfalls erst in den letzten fünf Minuten von Drittel eins. Aber Nie zog vor allem dem recht agilen und im Vergleich zur letzten Begegnung der beiden Teams stark verbesserten Harrison Reed gleich mehrmals den Zahn. Nur gegen den Schuss von Kruminsch in der 20. Minute war der Tausendsassa im Crimmitschauer Gehäuse machtlos. Es ging also mit einem für die Gastgeber eher glücklichen 1:1 in die Pause.
Was dann zwischen Minute 21 und 40 passierte, war eines der besten Eispiratendrittel der Saison, vor allem defensiv. Mit frühem Forechecking ließ man die eigentlich im Formhoch befindlichen Dresdner nie richtig ins Spiel kommen, arbeitete hinten konzentriert und nahezu fehlerfrei. Nun sind die Eislöwen beileibe keine Laufkundschaft, und kamen daher trotzdem zu ihren Gelegenheiten, aber Ryan Nie hielt einfach alles. Und vorne platzte bei Olli Julkunen endlich der Knoten, nach einem Alleingang gelang dem Finnen in der 27. Minute sein erstes Tor im rot-weissen Dress, als er Cüpper fein ausguckte und ihm den Puck durch die Hosenträger schoss. Hinten wurde es nur bei den zwei ausgesprochenen Strafen des Durchgangs gegen Schlenker und Schietzold wirklich gefährlich, aber mit Glück und Geschick hielten die Westsachsen ihr Tor sauber. 1:2 nach vierzig Minuten, und das derart überzeugend, dass sich scheinbar das ganze Dresdner Publikum in die Schmollecke zurückgezogen hatte und dem Gegner durch Schweigen die verdiente Anerkennung zollte.
Spätestens ab Minute 48 war die blau-weisse Anhängerschaft aber wieder zufrieden mit ihrem Team. Was war passiert? Nun, das, was sich auf Crimmitschauer Seite keiner gewünscht und jeder befürchtet hatte. Sachsenderbies, Schlussdrittel, da war doch was…Nach einem zu kurz herausgespielten Puck von Ryan Nie schaltete Kruminsch am schnellsten, setzte Garten gut in Szene, und der schoss das 2:2. Und damit nicht genug: in Minute 48 stand es plötzlich sogar 3:2 für die Hausherren, als Grafenthin im Nachschuss erfolgreich war. Als kurz darauf Jan Tramm nach einem über die Bande segelnden Rettungsversuch zwei Minuten für Spielverzögerung abzusitzen hatte, nahm Chris Lee die bislang beste Auszeit der Saison. Das Powerplay überstanden die Rot-Weissen nämlich nicht nur relativ locker, nein, nachdem Szwez ebenfalls auf die Sünderbank musste, nutzte erneut Olli Julkunen einen feinen Lampe-Pass zum hochverdienten Ausgleich. Das mit den Hosenträgern hatte schon beim 1:2 so klasse funktioniert, dass sich Julkunen gerne daran erinnerte und ebenso zum 3:3 traf. Ein großes Dankeschön geht dann natürlich an Jeff Szwez, der es sich nicht nehmen ließ, in Minute 53 die nächste Strafe zu ziehen. Diesmal sagte Vincent Schlenker, der nach einer Disziplinarstrafe gegen Patrick Pohl und dem vorzeitigen Spielende für Daniel Bucheli in die Powerplayformation aufrückte, dankeschön und vollendete das Crimmitschauer Gesamtkunstwerk mit dem 3:4. Denn auch eine weitere Dresdner Überzahlsituation verstrich glücklicherweise ungenutzt, und die Rot-Weissen schaukelten die knappe Führung über die Zeit.
Ein schöner Start ins Match, ein schönes Ende des Matches, ein schöner Start ins Wochenende – hoffen wir nun auch auf einen schönen Wochenendausklang am Sonntag, wenn die Kaufbeurer Joker zum nächsten Big-Points-Game im Sahnpark antreten werden. Mut sollte den Rot-Weissen dabei vor allem die Abgeklärtheit und Unaufgeregtheit machen, mit der sie ihre heutige schwere Auswärtsaufgabe gelöst haben. Wenn es gelingt, diese Souveränität ins Sonntagsspiel mitzunehmen, sollte es möglich sein, die Joker – einen Dreipunktsieg vorausgesetzt – mit dann acht Punkten Abstand vor eine wirklich harte Aufgabe zu stellen.
[box type=“success“ align=““ class=““ width=““]Torfolge:
0:1 (02:36) Alexander Höller (Andre Schietzold, John Tripp)
1:1 (19:07) Arturs Kruminsch (Dominik Grafenthin)
1:2 (26:14) Olli Julkunen (Andre Schietzold, Patrick Pohl)
2:2 (41:28) Marius Garten (Arturs Kruminsch, Teemu Rinkinen)
3:2 (47:11) Dominik Grafenthin (Jeffrey Szwez, Arturs Kruminsch)
3:3 (51:50) Olli Julkunen (Eric Lampe, Andre Schietzold) PP1 5-4
3:4 (53:32) Vincent Schlenker (Ty Wishart, Christoph Kabitzky)[/box]
[box type=“shadow“ align=““ class=““ width=““]Strafen:
Dresdner Eislöwen – 6 Minuten
21:41 – 2 Min. – Sebastian Zauner (Haken)
50:12 – 2 Min. – Jeffrey Szwez (Haken)
52:36 – 2 Min. – Jeffrey Szwez (Beinstellen)
Eispiraten Crimmitschau – 18 Minuten
31:21 – 2 Min. – Vincent Schlenker (Halten)
36:17 – 2 Min. – Andre Schietzold (Haken)
49:03 – 2 Min. – Jan Tramm (Spielverzögerung)
50:49 – 10 Min. – Patrick Pohl (Disziplinarstrafe)
56:29 – 2 Min. – Andre Schietzold (Haken)[/box]
[box type=“shadow“ align=““ class=““ width=““]Aufstellung:
Dresdner Eislöwen
Tor: Marvin Cüpper (Brett Jaeger) – Abwehr: Sebastian Zauner, Mirko Sacher, Patrick Baum, Tomas Schmidt, Petr Macholda, Rene Kramer – Angriff: Arturs Kruminsch, Steven Rupprich, Mark Cullen, Marius Garten, Harrison Reed, Jeffrey Szwez, Dominik Grafenthin, Vladislav Filin, Michael Endraß, Teemu Rinkinen, Max Campbell
Eispiraten Crimmitschau
Tor: Ryan Nie (Florian Neumann) – Abwehr: Collin Lejdborg, Ty Wishart, Dominic Walsh, André Schietzold, Danny Pyka, Jan Tramm – Angriff: Alexander Höller, Vincent Schlenker, John Tripp, Daniel Bucheli, Eric Lampe, Patrick Pohl, Olli Julkunen, Christoph Kabitzky, Bruce Becker[/box]
[box type=“info“ align=““ class=““ width=““]Zuschauer: 4.412
Schiedsrichter: Nicole Hertrich, Eugen Schmidt (Florian Fauerbach, Robert Ruhnau)[/box]
Schüsse:
Dresdner Eislöwen | 6 | 11 | 4 | 21 |
Eispiraten Crimmitschau | 9 | 9 | 7 | 25 |
[box type=“download“ align=““ class=““ width=““]Video zum Spiel und zur Pressekonferenz[/box]