In der von zwei starken Defensivreihen geprägten Partie der Eispiraten gegen die Rosenheimer Starbulls behielten gestern abend die Hausherren die Oberhand. Allerdings mussten die Rot-Weissen dafür bis ins Penaltyschiessen gehen, denn nach regulärer Spielzeit und Verlängerung stand es 1:1 unentschieden.
Das Anfangsdrittel endete torlos, und das war kein Zufall, denn gerade in den ersten zwanzig Minuten zeigten beide Teams die Zähne. Wenn ein gegnerischer Angreifer auch nur in die Nähe des eigenen Gehäuses kam, standen die Verteidiger ganz eng am Mann, ließen Schüsse fast nur aus ungefährlichen Positionen zu und konnten sich zudem auf starke Goalies verlassen. Fürs Auge war das sicher nichts, es sei denn, man kann sich auch an taktischen Kniffen erfreuen. Das Unentschieden war jedenfalls leistungsgerecht.
Auch im Mittelabschnitt zeigten sich die Mannschaften defensiv meist auf der Höhe, öffneten aber ihre Visiere doch ein wenig. Den Hausherren gelang das etwas besser, und so konnten sich die Eispiraten während des Drittels ein Chancenplus erarbeiten. Belohnt wurde das relativ schnell: verweigerte Referee Westrich einem Crimmitschauer Treffer nach drei Minuten noch die Anerkennung, weil er das Tor hinter dem jungen Timo Herden verschoben sah, durften die 1167 Zuschauer sechzig Sekunden später dann doch jubeln: Alex Hutchings setzte nach einer vergebenen Torchance hinter dem Tor nach, bediente Jamie MacQueen, und der braucht in seiner derzeitigen Form halt nicht viel Platz und Zeit: Rückhand-Vorhand-Rückhand-Tor. Weitere Gelegenheiten blieben Mangelware, nur bei Powerplays wurde es etwas gefährlicher. Die knappe Führung hatten sich die Rot-Weissen dennoch verdient.
Leider hielt diese im Schlussabschnitt nur für drei Minuten: nach einem mißlungenen Wechsel der Westsachsen tauchte Kunes etwas zu frei im Eispiratendrittel auf und überwand Ryan Nie mit einem Schuss ins Kreuzeck. Daraufhin gingen die Visiere wieder etwas zu, denn den entscheidenden Fehler wollte keines der Teams machen. Gelegenheiten blieben weiterhin Mangelware, zu sicher standen die Defensivreihen. Und wenn doch etwas durchkam, standen da immer noch Nie und Herden, zwei ausgezeichnete Vertreter ihres Fachs. Nach sechzig Minuten hatten sie beide alles gehalten, was noch auf ihre Gehäuse kam, es ging in die Verlängerung. Beide versuchten es noch einmal, McNeely auf der einen und MacQueen auf der anderen Seite hatten die besten Chancen, scheiterten aber.
Im Penaltyschiessen zeigten sich dann die Schützen recht treffsicher: nacheinander trafen MacKay, Tepper, Schultz und McNeely. Als Matt MacKay auch seinen zweiten Versuch verwandeln konnte und Nie gegen Schultz Sieger blieb, war die Entscheidung gefallen. Die Eispiraten setzen ihre kleine Serie fort.
Torfolge:
1:0 Jamie MacQueen (Alex Hutchings, Eric Lampe) 23:38
1:1 Timothy Kunes (Josef Frank) 43:31
2:1 Matt MacKay (PS) 65:00
Strafen:
Crimmitschau: 12 Minuten Rosenheim: 10 Minuten
Zuschauer: 1.167
Schiedsrichter: Sascha Westrich (Mathias Komorek, Dominic Pfeifer)