[box type=“info“ align=““ class=““ width=““]DEL 2 – Saison 2015/16
20. Spieltag am 22.11.2015
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Die Eispiraten haben wiederum das Mögliche möglich gemacht, das Unmögliche aber nicht vollbringen können. Sensationssiege mit kleinster Kapelle wie die 2:1-Erfolge gegen Bietigheim und Rosenheim sind eben nicht unablässig aus dem Ärmel zu schütteln. Einen Vorwurf darf dem Häuflein Aufrechter aber nach dem 2:4 gegen clever ihre personelle Überlegenheit ausnutzende Schlittenhunde nun wirklich niemand machen, denn unter solchen Voraussetzungen überhaupt am Punkterfolg zu schnuppern muss man schon fast als Erfolg werten. Tabellarisch nützt das allerdings leider gar nichts, Platz zehn und damit das erklärte Ziel der Westsachsen gerät mehr und mehr außer Reichweite, und dass man Primus der vier Kellerkinder ist, ist da nur ein schwacher Trost. Und auch wenn kein Außenstehender Genaueres über die Umstände weiß, die seit vielen Wochen verhindern, dass Chris Lee und seinem Team von der sportlichen Leitung der Eispiraten personelle Unterstützung zur Seite gestellt wird: zumindest ein paar offene diesbezügliche Worte der Aufklärung an das Crimmitschauer Umfeld muss man erwarten dürfen.

Im Team der Rot-Weissen meldete sich nach seinem krankheitsbedingten Ausfall zwar Matt Foy zurück, dafür fehlten die schon länger verletzten Vincent Schlenker und Valerij Guts sowie der mit Magen-Darm-Virus auf Eis gelegte Topscorer Eric Lampe und Oldie Jakub Körner. Zu diesem ohnehin schon großen Lazarett gesellte sich während des Matches noch Martin Heinisch, der zwar mit sichtlichen Beschwerden noch eine ganze Weile auf die Zähne biss, die letzten zwanzig Minuten aber nicht mehr aktiv mitgestalten konnte.

Das Spiel selbst begann relativ zerfahren, und daran änderte sich auch bis zum Ende der Partie nicht viel. Kassel kontrollierte zwar das Geschehen, kam aber ebenso selten zwingend vors gegnerische Tor wie die Hausherren. Nur ab und an blitzte mal so etwas wie Gefahr auf, das Meiste spielte sich aber in der neutralen Zone oder an den Banden ab.  Sicher keine schlechte Idee von Chris Lee, seine Mannen erst einmal das Augenmerk auf die Defensive legen zu lassen. Sein Gegenüber Rico Rossi tat ihm aber auch nicht den Gefallen, angesichts der personellen Überlegenheit bedingungslos zum Sturm zu blasen und sich eventuelle Konter einzufangen. Dass die Tore trotzdem zwangsläufig fallen würden, war wohl das Kalkül der Hessen, und irgendwie behielten sie damit auch Recht: ein eher harmloser Schlenzer Sören Sturms von der blauen Linie fand in der achten Minute den Weg in das von Niklas Deske gehütete Eispiratengehäuse. Möglicherweise war der Puck aber noch abgefälscht. Am Spielverlauf änderte der Treffer aber eigentlich nichts: Kassel kontrollierte, Crimmitschau hielt sein Kämpferherz in Ehren, ohne all zu häufig vor Keller auftauchen zu können. Dafür standen die Huskies einfach zu gut. Was doch durchkam, landete am Gestänge (erneut Sturm) oder in den Fanghänden der Goalies. Das 0:1 nach zwanzig Minuten war wohl leistungsgerecht zu nennen.

Auch im zweiten Durchgang entwickelte sich kein spektakuläres Spiel: in Unterzahl präsentierten sich die Gäste als genau das 87%-Team, als das sie angereist waren, den Eispiraten ging hier insbesondere Eric Lampe als Taktgeber und kongenialer Partner des sicher noch geschwächten Matt Foy ab. Bei 5 vs. 5 behielten die Huskies die Kontrolle, ohne sich ein Bein auszureissen. Die Eispiraten kämpften, wühlten, ackerten, wurden aber dafür erst belohnte, nachdem Carnevale nach schönem, öffnenden Querpass in Minute 29 auf 0:2 gestellt hatte: in der 35. Minute fing Kapitän Andre Schietzold einen schlecht getimten Aufbaupass ab, bediente den durchstartenden Youngster Philipp Halbauer, und der netzte gegen den DEL-erfahrenen Keller ein, als ob er nie etwas anderes gemacht hätte. Dabei war der Treffer Halbauers Torpremiere als Profi. Blöd natürlich, dass nur 14 Sekunden später Proft nach einem Abpraller Deskes das 1:3 einstocherte. Nach kurzer Diskussion (Torraumabseits oder „aus der Fanghand gestochert“ standen zur Auswahl) gab Referee Bidoul den Treffer. Viel mehr gibt es aus dem zweiten Drittel kaum zu berichten, einige Schüsse aus Halbdistanz bekamen Deske und Keller noch zu halten, mehr nicht.

Der Schlussabschnitt begann mit einem Lattenknaller von Alexander Höller, Keller musste nun öfters eingreifen, weil die Eispiraten nun einfach mehr Pucks aufs Tor brachten, aus allen Lagen draufhielten. Die ganz großen Chancen waren aber weiterhin selten, gefährlich wurde es meist, wenn  Wishart den Hammer auspackte. So entstand dann auch der erneute Anschlusstreffer zum 2:3: der kanadische Baum zog von der blauen Linie ab, und den Abpraller versenkte Danny Pyka im Tor. Leider war das aber schon in der 53. Minute, bis dahin hielten die Torhüter ihre Kästen sauber. Aber wie das halt so war in diesem komischen Spiel: Kassel hatte auf alles eine Antwort parat. Diesesmal war es der im Sahnpark auch schon einmal heimische Manuel Klinge, der rechts ins Drittel fuhr, einfach abzog und in den Winkel traf. Damit war der Drops gelutscht, denn obwohl Chris Lee seinen jungen Torwart eine Minute vor Schluss vom Eis nahm, passierte nicht mehr all zu viel. Ein, zwei Mal rutschte der Puck am Huskies-Tor vorbei, ebenfalls ein, zwei Mal vermochten es die Gäste nicht, den Empty-Netter zu erzielen. Mussten sie auch nicht, das Spiel ging 2:4 aus.

Beide Trainer lobten nach dem Spiel die vorbildliche Einstellung der verbliebenen Eispiratenmannschaft – und das taten sie zurecht, wir möchten uns da anschliessen. Der Ball liegt wirklich eine Etage weiter oben.

 

[box type=“success“ align=““ class=““ width=““]Torfolge:

0:1 (07:14) Sören Sturm (Taylor Carnevale)
0:2 (28:59) Taylor Carnevale (Alexander Heinrich, Jamie MacQueen)
1:2 (34:38) Philipp Halbauer (Andre Schietzold, Dominic Walsh)
1:3 (34:52) Carter Proft (Jens Meilleur, Michael Christ)
2:3 (52:35) Danny Pyka (Ty Wishart, John Tripp)
2:4 (55:53) Manuel Klinge[/box]

[box type=“shadow“ align=““ class=““ width=““]Strafen:

Eispiraten Crimmitschau – 0 Minuten

Kassel Huskies – 18 Minuten
07:27 – 2 Min. – Marco Müller (Check von hinten)
07:27 – 10 Min. – Marco Müller (Disziplinarstrafe)
19:09 – 2 Min. – Jamie MacQueen (Hoher Stock)
26:30 – 2 Min. – Sven Valenti (Behinderung)
59:23 – 2 Min. – Jens Meilleur (Stockschlag)[/box]

[box type=“shadow“ align=““ class=““ width=““]Aufstellung:

Eispiraten Crimmitschau
Tor: Niklas Deske (Ryan Nie) – Abwehr: Ty Wishart, Dominic Walsh, André Schietzold, Danny Pyka, Jan Tramm – Angriff: Collin Lejdborg, Nemanja Vucurevic, Alexander Höller, Bernhard Keil,  John Tripp, Martin Heinisch, Daniel Bucheli, Philipp Halbauer, Matt Foy

Kassel Huskies
Tor: Markus Keller (Felix Michel) – Abwehr: Kevin Maginot, Sven Valenti, Sören Sturm, Marco Müller, Mathias Müller, Mike Little, Alexander Heinrich – Angriff: Dorian Saeftel, Jens Meilleur, Manuel Klinge, Lennart Palausch, Michael Christ, Carter Proft, Jamie MacQueen, Thomas Merl, Austin Wycisk, Taylor Carnevale, Adriano Carciola, Braden Pimm[/box]

[box type=“info“ align=““ class=““ width=““]Zuschauer: 1807

Schiedsrichter: Ralph Bidoul (Stefan Bertele, Thomas Haas)[/box]

 

Schüsse:

Eispiraten Crimmitschau 10 16 10 36
Kassel Huskies 12 12 11 35

[box type=“download“ align=““ class=““ width=““]Video zum Spiel und zur Pressekonferenz

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